Opa Hermann war 82, trug Hosenträger mit DAX-Logo und schaute jeden Morgen Börse vor acht, direkt nach dem Wetterbericht. Aktien waren für ihn keine Investitionen, sondern alte Freunde, die man nie verkauft – höchstens mal schimpfend ignoriert.
Eines Tages rief ihn sein Enkel Sebastian an, ganz aufgeregt:
„Opa, der Markt ist im freien Fall – es ist ein Bärenmarkt!“
Opa legte den Hörer beiseite, zog sich die Schuhe an und stapfte direkt zum Baumarkt. Eine Stunde später stand er mit zwei Mausefallen, einem Sack Vogelfutter und einem Pfefferspray im Wohnzimmer.
„Wenn hier ein Bär rumläuft, dann will ich vorbereitet sein!“
Sebastian versuchte zu erklären:
„Opa, das ist nur ein Begriff – Bärenmarkt heißt, die Kurse fallen.“
Hermann winkte ab:
„Aha. Und beim Bullenmarkt steigen sie, weil da ein Stier durch die Wall Street galoppiert, oder was?“
Sebastian: „Na ja… im übertragenen Sinne schon.“
Opa: „Papperlapapp. Früher hieß das einfach: Schlechte Laune an der Börse.“
Statt zu verkaufen, kaufte Opa stur nach. SAP, Siemens, Bayer – alles, was schon in den 90ern „solide klang“. Als sein Depot Wochen später wieder im Plus war, sagte er nur:
> „Der Bär kann von mir aus tanzen – Hauptsache, ich hab meine Dividende.“
Heute nennt ihn die Familie liebevoll **„den Bärenbändiger von Bottrop“.**
Und das Pfefferspray liegt immer noch griffbereit. Man weiß ja nie.
Moral der Geschichte: Wer Bären wörtlich nimmt, hat vielleicht nicht alles verstanden – aber manchmal die bessere Performance.
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