Sonntag, 28. Dezember 2025

28.12.2025: „Stille Nacht, volatile Nacht“

Es war der 24. Dezember, Punkt 16:59 Uhr, als Herr Krüger – Hobby-Investor, Glühweinkenner und Weihnachtsliebhaber – beschloss, seinem Depot noch einen „festlichen Feinschliff“ zu verpassen.

„Nur kurz noch ein bisschen Umschichten, bevor der Handel schließt“, murmelte er. Seine Frau rief aus der Küche:
„Krüger! Entenbraten oder Gans?“
„Warte! Ich muss erst noch bei Nasdaq nach dem Frieden suchen!“

Er hatte gelesen, dass es den „Santa Claus Rally“-Effekt gäbe – also einen geheimnisvollen Anstieg der Aktienkurse zwischen Weihnachten und Neujahr. Das klang für ihn wie das Börsianer-Pendant zum Christkind.

Er setzte alles auf eine Karte:
Tech-Aktien? Nö.
Versorger? Langweilig.
Es wurde: ein hochspekulativer Lebkuchen-ETF aus Litauen, der angeblich vom Hype um nachhaltige Zimtproduktion profitierte.

Als die Börse um 17:00 Uhr schloss, lehnte sich Herr Krüger zurück und prostete sich selbst mit einem Eierlikör zu:

> „Das wird mein goldenes Weihnachten!“

Am nächsten Morgen: -14,3 %.
Ein Influencer hatte über Nacht gepostet, dass Zimt möglicherweise karzinogen sei – der ETF kollabierte wie ein schlecht gebackener Spekulatius.

Herr Krüger war kurz davor, das Fest zu ruinieren.
Doch dann fiel ihm ein:

> „Warte… ich hab doch noch 14 Amazon-Gutscheine unterm Baum liegen!“

Er zog Bilanz:
- Portfolio ruiniert.
- Stimmung gerettet.
- Glühweinstand-Aktien für nächstes Jahr auf die Watchlist gesetzt.

Moral der Geschichte:
An Heiligabend sollte man lieber Geschenke auspacken als Aktien.
Denn der einzige wirklich sichere Weihnachtsgewinn ist der letzte Dominostein – wenn ihn keiner gesehen hat.

Sonntag, 21. Dezember 2025

21.12.2025: Der Weihnachtsmann und der Jahresendrallye-Fluch

Es war der 22. Dezember, und der Weihnachtsmann saß – wie jedes Jahr – nervös in seinem Home Office am Nordpol. Nicht wegen der Wunschzettel, der Rentiere oder der Geschenke. Nein, die liefen wie geschmiert.

Sorgen machte ihm sein Depot.

Seit dem Sommer hatte er tapfer investiert: ESG-Aktien (er mochte saubere Schornsteine), Spielzeughersteller (wegen persönlicher Verbundenheit) und natürlich Fluglinien (Rudolph hatte Rücken). Aber nun war Dezember, und das Einzige, was wirklich stieg, war sein Lebkuchenkonsum.

„Wo bleibt meine Jahresendrallye?!“, rief er, während er missmutig in seinen Glühwein starrte. Die Elfen hatten ihm versprochen: „Im Dezember geht’s immer rauf, Chef! Das ist wie Weihnachten – kommt garantiert!“

Doch statt Kursfeuerwerk nur Frost.
Sein Depot war kälter als der Nordpol.

In seiner Verzweiflung rief der Weihnachtsmann seinen alten Freund Knecht Börsel auf dem Handy an – ja, Börsel mit „Ö“, denn er war der einzige gnomische Finanzberater nördlich von Lappland.

„Hast du das Memo nicht gelesen?“, fragte Börsel.
„Welche Memo?! Ich bin alt, ich krieg keine Memos mehr!“
„Das war kein Jahr für Rallyes. Das war ein Jahr für Rotwein, Reality-Checks und Rohstoffaktien!“

Der Weihnachtsmann runzelte die Stirn.

> „Aber was ist mit dem Santa-Claus-Rally-Effekt?! Das ist doch ein Gesetz! Wie das mit den Plätzchen und der Milch!“

„Vergiss es, Nick!“, schnaubte Börsel. „In diesem Jahr bist du der einzige, der noch hofft. Und du fährst bald in einem Schlitten, der nur noch als Abschreibungsmodell durchgeht!“

Da legte der Weihnachtsmann auf. Und tat, was jeder gute Investor in Krisenzeiten tut:
Er druckte ein paar neue Wunschzettel mit der Aufschrift: **„Dividende bitte!“**
Und er verkaufte seine Tech-Aktien – mit einem „Ho-Ho-Ho und weg damit!“

Am 27. Dezember schoss sein Depot dann doch um 4,3 % nach oben.
Der Grund?
Ein Gerücht ging um, der Weihnachtsmann investiere wieder.

Moral der Geschichte:
Wenn selbst der Weihnachtsmann das Vertrauen verliert, wird’s vielleicht Zeit – aber nicht für Panik, sondern für Plätzchen.

Sonntag, 14. Dezember 2025

14.12.2025: Die Aktie, die wegen eines Tippfehlers zum Bestseller wurde

Herr Lehmann, Mitte fünfzig, war eigentlich Bäcker. Aber seit er in Rente war, backte er nicht nur Brötchen, sondern auch Kursprognosen – am liebsten auf Servietten beim Frühschoppen.

Eines Tages wollte er seinem alten Kumpel Erwin stolz zeigen, wie einfach Börse ist. Er hatte im Online-Depot eine Aktie gekauft, „die gerade jeder hyped!“ – nämlich das zukunftsträchtige Tech-Unternehmen **"NanoTech Solutions"**.

Nur leider… hatte Herr Lehmann eine Lesebrille, die schon bessere Jahre gesehen hatte.
Und so tippte er nicht **"NANO"**, sondern **"NANA"**.
Was er kaufte, war keine innovative Tech-Schmiede, sondern ein kleiner kanadischer Hersteller von – Achtung – **Strickgarnen**.

Er bemerkte es nicht. Denn drei Tage später war die Aktie 15 % im Plus.
Erwin war begeistert:

> „Was is’n da los? Kaufen die Chinesen jetzt Pullis in Serie?“

Der Hype verbreitete sich. In der Dorfkneipe sprach man nur noch von „Nana“.

> „Haste Nana? Ich hab Nana. Mein Nachbar hat auch Nana. Und meine Schwiegermutter strickt wieder!“

Durch den plötzlichen Ansturm stieg der Kurs tatsächlich weiter. Finanzblogs wurden aufmerksam:
„Explosives Wachstum bei kanadischer Garnfirma – steckt KI dahinter?“
Ein Influencer machte sogar ein TikTok mit dem Titel:
**„Von Nadel zu Nasdaq – der neue Megatrend!“**

Als der CEO von „Nana Yarn Inc.“ Wind davon bekam, veröffentlichte er ein Statement:

> „Wir wissen nicht, warum unsere Aktie steigt. Aber wir sagen danke und schicken jedem Aktionär ein Knäuel in Lieblingsfarbe.“

Herr Lehmann verkaufte bei +78 %, gönnte sich einen neuen Backofen und eine frische Lesebrille.
Beim nächsten Kauf tippte er sorgfältig: **"APPLE"** – und landete bei einem Biohof aus Ohio.

Sonntag, 7. Dezember 2025

7.12.2025: Die Kaffeemaschine, die besser tradete als das ganze Team

Im Großraumbüro der Wertpapierfirma „Bullen & Bären GmbH“ stand sie: die alte, leicht tropfende Kaffeemaschine „Modell Arabica 3000“. Sie war seit Jahren treue Begleiterin bei Quartalszahlen, Zinssenkungen und emotionalen Tiefschlägen nach Fehlinvestitionen.

Eines Tages fiel dem Azubi Tim etwas Seltsames auf: Immer wenn die Kaffeemaschine kurz vor dem Überlaufen stand, stiegen die Kurse. Und wenn sie plötzlich aufhörte zu blubbern, ging’s runter.

„Zufall“, dachte Tim.
Beim dritten Mal nicht mehr.
Beim fünften Mal hatte er ein Excel-Modell.
Beim siebten Mal hatte er ein Signalwort: **Kaffeepivot.**

Er teilte seine Entdeckung mit dem Team. Zuerst lachten sie ihn aus. Dann testeten sie es.
Und siehe da: Die Performance des Depots stieg um 12 %, allein durch Entscheidungen basierend auf Kaffeemaschinenlaunen.

Die Strategie wurde geheim gehalten. Interne Bezeichnung: **„Espresso Alpha“.**
Chef Schröder sprach nur noch in Tassenanalogien:

> „Der Markt ist heute wie ein lauwarmer Latte: unsicher, aber milchig optimistisch.“

Das Ganze eskalierte, als der Vorstand fragte:

> „Wie erklären Sie diesen Erfolg?“

Und Schröder antwortete trocken:

> „Unsere KI heißt: Koffein-Intuition.“

Dann – der GAU: Die Kaffeemaschine ging kaputt. Ersatz war unmöglich, das Modell wurde seit 1998 nicht mehr gebaut.

Panik.
Ratlosigkeit.
Schlechte Trades.

Doch Tim hatte vorgesorgt: Er hatte das Geräuschmuster aufgezeichnet und über eine Bluetooth-Box simuliert.
Seitdem steht neben der neuen Maschine ein Lautsprecher, der regelmäßig künstlich blubbert.

Und das Depot? Blubbert mit.

11.1.2026: „Silberraketen und rote Zahlen – mein Neujahr mit dem DAX“

Neujahr, 11:42 Uhr. Ich sitze im Schlafanzug auf dem Sofa, noch leicht benebelt von zu viel Bleigießen (ja, ich hab noch einen Restposten vo...