Es war der 24. Dezember, Punkt 16:59 Uhr, als Herr Krüger – Hobby-Investor, Glühweinkenner und Weihnachtsliebhaber – beschloss, seinem Depot noch einen „festlichen Feinschliff“ zu verpassen.
„Nur kurz noch ein bisschen Umschichten, bevor der Handel schließt“, murmelte er. Seine Frau rief aus der Küche:
„Krüger! Entenbraten oder Gans?“
„Warte! Ich muss erst noch bei Nasdaq nach dem Frieden suchen!“
Er hatte gelesen, dass es den „Santa Claus Rally“-Effekt gäbe – also einen geheimnisvollen Anstieg der Aktienkurse zwischen Weihnachten und Neujahr. Das klang für ihn wie das Börsianer-Pendant zum Christkind.
Er setzte alles auf eine Karte:
Tech-Aktien? Nö.
Versorger? Langweilig.
Es wurde: ein hochspekulativer Lebkuchen-ETF aus Litauen, der angeblich vom Hype um nachhaltige Zimtproduktion profitierte.
Als die Börse um 17:00 Uhr schloss, lehnte sich Herr Krüger zurück und prostete sich selbst mit einem Eierlikör zu:
> „Das wird mein goldenes Weihnachten!“
Am nächsten Morgen: -14,3 %.
Ein Influencer hatte über Nacht gepostet, dass Zimt möglicherweise karzinogen sei – der ETF kollabierte wie ein schlecht gebackener Spekulatius.
Herr Krüger war kurz davor, das Fest zu ruinieren.
Doch dann fiel ihm ein:
> „Warte… ich hab doch noch 14 Amazon-Gutscheine unterm Baum liegen!“
Er zog Bilanz:
- Portfolio ruiniert.
- Stimmung gerettet.
- Glühweinstand-Aktien für nächstes Jahr auf die Watchlist gesetzt.
Moral der Geschichte:
An Heiligabend sollte man lieber Geschenke auspacken als Aktien.
Denn der einzige wirklich sichere Weihnachtsgewinn ist der letzte Dominostein – wenn ihn keiner gesehen hat.
Sonntag, 28. Dezember 2025
28.12.2025: „Stille Nacht, volatile Nacht“
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