Es war der 1. Januar, 8:13 Uhr. Während ganz Deutschland noch zwischen Raclette-Resten und Blei-Prophezeiungen schlummerte, saß Herr Lindemann bereits im Bademantel am Küchentisch – frisch gebrühtem Kaffee in der einen, iPad in der anderen Hand.
„Dieses Jahr wird alles anders“, murmelte er entschlossen.
„Kein Zocken mehr, kein Herdenverhalten, kein Dogecoin, kein Rumgegurke!“
Er hatte sich neun gute Börsenvorsätze gemacht – und sie stolz mit Bleistift an den Kühlschrank gepinnt. Darunter:
1. **Nicht gleich am ersten Handelstag gierig werden.**
2. **Keine Trendaktien kaufen, nur weil TikTok sie mag.**
3. **Vor dem Investieren erst mal duschen.**
Doch dann öffnete er seine Börsen-App. Und sah es.
**+12 % in Asien.**
**Bitcoin über Nacht gestiegen.**
**„KI-Aktien explodieren“ titelte ein Blog, der sonst Ernährungstipps gab.**
Panik. Euphorie. Kaffee verschüttet.
Der Neujahrsvorsatz verdunstete schneller als der Silvestersekt.
> „Einmal noch rein… nur einmal!“ flüsterte er, während er in Unterhose die erste Order des Jahres tippte:
> **„100x Künstliche-Intelligenz-Blockchain-Robotik-GreenTech-Wasserstoff-ETF – auf Kredit!“**
Um 10:12 Uhr war er euphorisiert. Um 14:37 Uhr überrascht. Und um 16:00 Uhr… stornierte er seine Vorsätze.
Denn der ETF stellte sich als dubioses Konstrukt aus Kanada heraus, das weder KI noch Wasserstoff besaß, aber einen sehr hübschen Namen: **„FutureBoom 5000“**.
Abends, beim Neujahrsessen mit Sauerkraut, fasste Herr Lindemann einen neuen Vorsatz:
> „Nächstes Jahr investiere ich wieder in was Solides. Streuobstwiesen oder Dosenbrot.“
Moral der Geschichte:
Am Neujahrstag ist nicht nur der Kopf weich. Auch die Märkte kennen kein Mitleid mit Vorsätzen.
Doch wie Oma schon sagte:
> „Wer ins Depot fällt, muss auch wieder aufstehen – aber mit Hose.“
Sonntag, 4. Januar 2026
4.1.2026: „Mit dem Depot ins neue Jahr – und gleich auf die Nase“
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